Stellungnahme zum Artikel in den Werdener Nachrichten

„Wird schon Werden“ vom 20.11.2025

Mit großem Erstaunen habe ich den Kommentar des von mir sehr geschätzten Redakteurs der Werdener Nachrichten zum geplanten Bau der Frauenforensik in Heidhausen gelesen. Der darin vermittelte Eindruck, Kritiker würden lediglich nach dem typischen „Not in my backyard“-Muster handeln, greift deutlich zu kurz und wird der tatsächlichen Situation vor Ort keineswegs gerecht. Der Vorwurf wird meiner Beobachtung nach ohnehin fast ausschließlich von Unbeteiligten und vor allem Unbenachteiligten erhoben.

Die Bedenken der Anwohnerinnen und Anwohner – wie auch die der Elterninitiative – als bloße Reflexreaktionen abzutun, verkennt sowohl die Komplexität des Projekts als auch die berechtigten Sorgen vieler Menschen, die sich mit den Planungen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft konfrontiert sehen. Es geht nicht um eine pauschale Ablehnung gesellschaftlich relevanter Einrichtungen, sondern um konkrete Fragen zur Sicherheit, zur Verkehrssituation, zum ökologischen Umfeld sowie zur städtebaulichen Entwicklung. Diese Punkte wurden von offizieller Seite bislang nur unzureichend und vielfach widersprüchlich beantwortet.

Dass der Standort „ohnehin bereits dem LVR gehört“ und deshalb kaum Alternativen geprüft würden, darf aus Sicht der Betroffenen kein Argument sein, kritische Stimmen als unrealistische Träumereien darzustellen. Ein transparentes, ergebnisoffenes Verfahren wäre notwendig – und fehlt bis heute. Gut, dass der LVR im kommenden Jahr eine Öffentlichkeitsveranstaltung organisieren will, um die Überlegungen vorzustellen.

Die Proteste sind Ausdruck der berechtigten Forderung nach seriöser Information, echter Beteiligung und verantwortungsbewusster Planung. Wer das als reine Abwehrhaltung interpretiert, simplifiziert ein ernstes Thema und trägt nicht zu einer sachlichen Diskussion bei.

Mit freundlichen Grüßen

Yannick Lubisch
(Vorsitzender CDU-HeiFisch und Ratsherr für das Ruhrtal)